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Az Aargauer Zeitung svájci lap cikke (német nyelvű)

2011. aug. 30. Egyéb | Hozzászólások

Die ungarische reformierte Kirche will die Prostitution von Minderjährigen in der Schweiz unterbinden. Dafür arbeitet sie mit der reformierten Landeskirche Aargau zusammen und übergab Landammann Urs Hofmann ein Protestschreiben. von Adrian Hunziker


«Das horizontale Gewerbe ist eines der ältesten.»

Dieser Ausdruck ist weitherum bekannt. Zur Prostitution in der Schweiz gehören auch heute noch minderjährige Dirnen. Denn in unserem Land ist sexueller Kontakt ab 16 Jahren gestattet. Dies ist der ungarischen Kirche ein Dorn im Auge. Denn viele, der in der Schweiz arbeitenden minderjährigen Dirnen stammen aus Ungarn. Nun fordert die reformierte ungarische Kirche eine Reaktion vonseiten der Schweizer Regierung. Die ungarischen Vertreter präsentierten ihr Anliegen zusammen mit der reformierten Landeskirche Aargau, mit der schon länger eine Zusammenarbeit besteht.

Heute Nachmittag legte Istvan Szabo, Bischof der reformierten Kirche Ungarn, zusammen mit Zoltan Balog, ungarischer Staatsminister für soziale Integration, Landammann Urs Hofmann ein Protestschreiben vor. In diesem verurteilt die ungarische Kirche die Erlaubnis zur Prostitution von minderjährigen Frauen in der Schweiz. «Wir fordern von der Aargauer und auch der Schweizer Landesregierung eine Gesetzesrevision, so dass nur noch volljährige Dirnen ihrem Beruf in der Schweiz nachgehen dürfen. Dann stimmt der schweizerische Standard mit dem europäischen überein», sagte Bischof Szabo an einer Medienkonferenz in Aarau.

Schweiz unterschrieb Abkommen

Denn im Juni 2010 hatte die Schweiz das «Übereinkommen von Lanzarote» des Europarates offiziell unterzeichnet. Darin ist festgehalten, dass Kinder und Jugendliche vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch geschützt werden müssen. Indem die Schweiz weiterhin die Prostitution von Minderjährigen erlaubt, verstösst sie gegen dieses Übereinkommen.
Dieser Umstand wird vielen jungen Ungarinnen zum Verhängnis. «Ich spreche hier nicht nur von 16-Jährigen. Aus Ungarn kommen auch 14- und 15-Jährige mit gefälschten Papieren in die Schweiz», ist sich Staatsminister Balog sicher. «Wie lange müssen unsere beiden Länder diese Schande noch erdulden? Ein Protest hilft nichts, wir müssen endlich handeln», fügte Balog an.

«Umsetzung nicht vor 2014 zu erwarten»

Regierungsrat Urs Hofmann, an den das Protestschreiben gerichtet war, stimmte den ungarischen Gästen zu: «Die Regierung nimmt dieses Thema ernst. Die Schweiz muss das ‹Lanzarote-Gesetz› anpassen. Für mich ist es beschämend, dass die Schweiz in dieser Hinsicht hinterherhinkt. Daher begrüsse ich eine rasche Revision des Strafgesetzes».
Als Vertreterin des Bundes war Nationalrätin Pascale Bruderer an der Medienkonferenz ebenso zugegen. Sie bestätigte, dass die Gesetzesrevision in Angriff genommen worden sei. «Die Vernehmlassung läuft noch bis im November 2011, eine Umsetzung ist wohl aber nicht vor 2014 zu erwarten», so Bruderer.

Präventivmassnahmen in Ungarn

Aber nicht nur die Schweizer Gesetzesänderung soll die jungen Ungarinnen von der Prostitution abhalten. In Ungarn werden die jungen Frauen zunehmend präventiv aufgeklärt. «Es werden vor allem Roma-Frauen als Sozialhilfeassistentinnen ausgebildet. Sie können besser zu ihren Jungen sprechen. Denn in Ungarn haben wir 7 bis 10 Prozent Roma. Viele von ihnen leben in Armut und kommen oft nur mit Prostitution zu Geld», erläutert Staatsminister Balog.

Vonseiten der Schweizer Kirche setzt sich die reformierte Landeskirche Aargau stark für den Schutz von minderjährigen Sex-Arbeiterinnen ein. «Die Kirche lehnt die fatalistische Haltung ab, die da sagt: ‹Das hat es schon immer gegeben und wird es auch immer geben›», erklärt Claudia Bandixen, Kirchenratspräsidentin der reformierten Landeskirche Aargau, einen der Beweggründe für ihr Mittun.
(az)

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